Buchempfehlungen
1 Buch – 3 Sätze
Die folgenden Bücher sind meine persönlichen Empfehlungen. Es ist Geschmackssache, was man liest und von wem. Ich habe kein Genre, das ich bevorzugt lese, denn dafür bin ich viel zu neugierig und lasse mich gerne von Büchern überraschen. Durch Zufall, persönliche Empfehlungen oder Tipps von anderen Lesenden in Foren bin ich auf Bücher gestoßen, die ich vielleicht sonst nicht entdeckt hätte. Um hier nicht einfach die Klappentexte von den Büchern zu präsentieren, habe ich zu jeder Leseempfehlung genau drei Sätze, wenn auch sehr lange Sätze, geschrieben. Diese Sammlung wird immer weiter ausgebaut. Viel Spaß beim Stöbern!
Bisher sind hier in dieser Reihenfolge erwähnt:
- Springe zu Achtsam morden – Karsten Dusse
- Springe zu Am Rande der Nacht – Frido Lampe
- Springe zu Der Junge, der Maulwurf, der Fuchs und das Pferd – Charlie Mackesy
- Springe zu Kronsnest – Florian Knöppler
- Springe zu Der nasse Fisch (Graphic Novel) – Volker Kutsch und Arne Jysch
- Springe zu Sommer in Lesmona – Marga Berck
- Springe zu Eines Tages werden wir uns alles erzählen – Daniela Krien
- Springe zu Nimm Platz! Bankgeschichten aus Bremen – Anthologie
- Springe zu Leonard und Paul – Rónán Hession
Titel: Achtsam morden
Autor: Dusse, Karsten
Verlag: Heyne Verlag; Originalausgabe Edition (10. Juni 2019)
Björn Diemel, Anwalt und Vater einer dreijährigen Tochter, wird von seiner Frau gezwungen, einen Achtsamkeitskurs zu machen, um die Ehe zu retten. Was er bei seinem Achtsamkeitstrainer und Psychologen Joschka Breitner lernt, zu dem er erst nur widerwillig hingeht, wendet er bei seiner Arbeit als Anwalt für Milieu-Größen auf seine Art und Weise erfolgreich an. Dieses Buch vereint kluge Lebensweisheiten aus der Welt der Achtsamkeit, schwarzen Humor und einen Krimi so gut, dass ich das Buch fast in einem Rutsch durchgelesen habe, unterbrochen vom Wegwischen meiner Lachtränen.
Titel: Am Rande der Nacht
Autor: Lampe, Friedo
Verlag: dtv Verlagsgesellsch. mbH & Co. KG; 1. Edit. (1. März 2003)
Das Buch, 1933 erschienen und nur Wochen danach von den Nazis verboten, entführt die Lesenden nur für wenige Stunden in einer Sommernacht, in eine Gegend von Bremen in den 1920er Jahren, die von der Altstadt mit dem Wallgraben, einem Varieté-Theater, Wohnhäusern und dem nahegelegenen Hafen geprägt ist. Einem Film gleich wandelt man durch die nächtliche Szenerie, begegnet immer wieder Menschen und Orten, die man zuvor schon irgendwo getroffen hat, ohne dass es eine Hauptfigur in dem Buch gibt. Dieses Buch, eine wundervolle Skizzierung Bremens, fasziniert mich, weil es eben keine Hauptfigur gibt, die ich gedanklich begleiten kann und ich mich auf die vielen verschiedenen Charaktere, die alle ihre Sorgen und Nöte haben und in verschiedenen Beziehungen miteinander verbunden sind, einlassen muss.
Titel: Der Junge, der Maulwurf, der Fuchs und das Pferd
Autor: Mackesy, Charlie
Verlag: List Hardcover; 19. Edition (28. Februar 2020)
Im Frühling trifft ein einsamer Junge einen Kuchen liebenden Maulwurf, einen sehr vorsichtigen Fuchs und ein großes, sanftes Pferd und geht gemeinsam mit ihnen auf eine abenteuerliche Wanderung. Das Buch ist voller schöner und nicht perfekter Zeichnungen und wenigen, aber gefühlvollen Texten für Groß und Klein. Ich bin sehr beeindruckt, wie in den kurzen Dialogen die wichtigen Lebensthemen wie Freundschaft, Vertrauen, Ängste und Anderssein verständlich aufgegriffen werden und ans Herz gehen.
Titel: Kronsnest
Autor: Knöppler, Florian
Verlag: Pendragon; 1. Edition (24. Februar 2021)
Es geht in dem Buch um den 15jährigen Hannes, der in einem Dorf in Schleswig-Holstein in den 1920er Jahren aufwächst und unter seinem gewalttätigen Vater leidet. Florian Knöppler beschreibt die Charaktere, Landschaft und das Zusammenleben in der Familie und im Dorf so detailliert und einfühlsam, dass ich viele Bilder vor Augen hatte und mir das Leben auf einem kleinen Bauernhof, geprägt von harter Arbeit und überlebenswichtigen Entscheidungen, gut vorstellen konnte. Dieses Buch habe ich so langsam wie möglich gelesen, um länger etwas von der Geschichte zu haben, die gefüllt ist mit Naturbeobachtungen, aber auch die politischen Geschehnisse in der Zeit geschickt einbindet.
Titel: Der nasse Fisch (Graphic Novel)
Autor: Kutsch, Volker und Jysch, Arne
Verlag: Carlsen; 7. Edition (28. März 2017)
Mir war die erste Staffel der TV-Serie „Babylon Berlin“ bekannt, als ich Graphic Novel „Der nasse Fisch“ las und war begeistert, wie der Zeichner Arne Jysch diese komplexe Handlung in eine Comic-Form gebracht hatte. Der Kölner Kommissar Gereon Rath kommt in den 1920er Jahren nach Berlin, um beim Sittendezernat anzufangen, aber auch eigenen familiären Ermittlungen nachzugehen. Bald gerät er in den Strudel von Mord, Drogen, Intrigen, Verrat, politischen Aufruhren und dem wilden Leben in den Goldenen Zwanzigern und weiß bald nicht mehr, wem er noch trauen kann.
Titel: Sommer in Lesmona
Autorin: Marga Berck
Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag GmbH (35. Auflage 2001)
Das ist ein herzergreifender Brief-Roman um die jungen Frauen Matti und Bertha, der im Sommer 1893 beginnt und die Lesenden nach Bremen, Florenz, London und an andere Orte führt. In den Briefen teilen die Freundinnen ihre Gedanken, Wünsche und Ängste, die sich vor allem um die große Liebe und Heiratspläne drehen. Beim Lesen habe ich die unbändige Lebensfreude von Matti, aber auch die gesellschaftlichen Zwänge der 1890er Jahre gespürt und so manches Mal ergriffen den Atem angehalten und gedacht: „Das darf doch jetzt nicht wahr sein, Matti!“
Titel: Irgendwann werden wir uns alles erzählen
Autorin: Daniela Krien
Verlag: Diogenes Verlag AG Zürich (2022, 2011 Erstausgabe)
Maria, 16 Jahre alt, lebt im ländlichen Thüringen Anfang der 1990er Jahre auf dem landwirtschaftlichen Betrieb ihres Freundes und seiner Familie und erzählt ihre Geschichte in der Ich-Form. Die ruhige Welt der Jugendlichen, die sich lieber in Bücher vertieft als zur Schule zu gehen, gerät durch die Begegnungen mit Henner, dem wesentlich älteren und eigenbrötlerischen Nachbarn, zunehmend aus den Fugen. Dieses Buch mit dem überraschenden Ende hat mich nach dem Lesen noch wochenlang beschäftigt.
Titel: Nimm Platz! Bankgeschichten aus Bremen
Autor:innen: diverse (Anthologie)
Verlag: Edition Falkenberg (2016)
Diese Anthologie enthält eine bunte Mischung von Geschichten, mal skurril, nachdenklich, traurig oder ergreifend, die sich auf Sitzbänken in Bremen abspielen. Alle Bänke sind in einer Lagekarte von Bremen samt Koordinatenangaben lokalisiert (Als Diplom-Geografin wird mir bei solchen Angaben natürlich warm ums Herz) und mit Foto dargestellt. Besonders gut gefallen hat mir die Geschichte „Heini vom Berg“ von Petra Pot d’or (mit der Bank im Nelson-Mandela-Park), die man so schnell nicht vergisst.
Titel: Leonard und Paul
Autor: Rónán Hession
Verlag: Woywod & Meurer (2023)
Die Geschichte der Freunde Paul und Leonard, die in England spielt, ist ruhig, sehr ruhig genau genommen, aber trotzdem schön zu lesen. Der Autor (und die Übersetzerin, die es aus dem Englischen übersetzt hat) nutzt eine Erzählweise, in der fast jeder Satz für sich voller Poesie steckt, einen gut beobachteten Blick auf das Leben und Umfeld der Freunde wirft und Fragen des Daseins berührt. Dass ich dieses Buch gelesen habe, habe ich zwei Umständen zu verdanken: der Empfehlung meiner Lieblingsbuchhandlung und dem Mondfisch, der auf dem Titel abgebildet ist und meine Neugier geweckt hat.